Dieser Film bietet Gänsehaut bis zum Schluss! Nicht nur das die Handlung auf dem wahren Fall der Anneliese Michel beruht, sondern auch dass statt dem Exorzismusverfahren eine Gerichtsverhandlung Hauptthema des Films ist ergibt bildgewaltige Mischung aus cleverem Gerichtsdrama und mäßig spannendem Horrorthriller. Die Schockeffekte werden besonders durch die morbide Geräuschkullise untermalt und erzeugt eine elektrisierende Atmosphäre, welche die Gänsehautstimmung während der Horrorsequenzen voll ausreize. Florian Kummert beurteilete den Film wie folgt: „Das Faszinierende an dem Film ist nicht Emilys Besessenheit, sondern das Aufeinanderprallen zweier Welten. Eine säkulare Einrichtung, das Gericht, das auf Beweise aufbaut, soll sich mit Glauben befassen. Obwohl letztendlich die Sympathien auf Seiten des Paters und der Besessenheits-Theorie liegen, bleiben dem Zuschauer alle Interpretationsmöglichkeiten offen.“ Dieser Kritik kann man nur zustimmen. Ebenfalls interessant und packend ist die Aufteilung von Grusel und Fakten, während man die Fakten zur Story während den Gerichtsszenen bekommt, brillieren die Szenen mit Emily durch düstere und beeindruckende Bilder, geben auch tieferen Einblick in die Geschichte.
Handlung: Die ehrgeizige Anwältin Erin Christine Bruner übernimmt die Verteidigung des Priesters Richard Moore. Dieser wird beschuldigt, durch den Exorzismus an der 19-jährigen Studentin Emily Rose fahrlässig deren Tod verursacht zu haben. Die Aussagen der Zeugen, mit denen im Gerichtsprozess das Geschehen rekonstruiert werden soll, werden in Rückblenden visualisiert.
Der Ankläger Ethan Thomas vernimmt mehrere Ärzte und Neurologen, die eine medizinische Ursache für Emilys Tod beweisen sollen, vor allem Epilepsie und Schizophrenie. Die junge Frau brach ihr Studium ab, nachdem sie in einer Nacht um drei Uhr (die Zeit gilt wegen des Angriffs auf die christliche Dreifaltigkeit als Stunde der Dämonen) von Wahnvorstellungen und Muskelkrämpfen befallen wurde. Sie kehrte in ihr Elternhaus zurück, wo die Ärzte sie mit einem Medikament gegen eine epileptische Psychose behandelten. Da sich ihr Zustand jedoch nicht bessert, wird Pater Moore zu Rate gezogen. Seiner Einschätzung und seinen Beobachtungen zufolge ist Emily keine Epileptikerin, sondern von einem Dämon besessen. Deshalb unterzieht er sie mit der Zustimmung der Eltern einem Exorzismus, der allerdings fehlschlägt. Schuld an der misslungenen Austreibung sei das Medikament, weil es Emilys Gehirnaktivitäten lähme und der Exorzismus somit nicht an den Dämon herankäme.
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